Der nun in Staatsbesitz befindliche Broichhof wurde als Dotation der Ehrenlegion zugewiesen. Jakob Völsgen und seine Frau Maria Christina Völsgen blieben Pächter. 1805 wurden die Dotationen an die E
hrenlegion von Napoleon rückgängig gemacht, der Broichhof war nun eine Dotation der Krondomäne (39).
Am 03.11.1811 wurde der Broichhof mit 26,87 ha Land für 17.100 Francs von Michael Kretz, verheiratet mit Anna Völsgen, Tochter des Jakob Völsgen, gekauft (40). Seit der Heirat von deren Tochter Maria Christina Kretz mit Franz Josef Schaefer aus Remagen befindet sich der Hof bis heute im Eigentum der Familie Schaefer. Das Ehepaar erbaute die Broichhofkapelle auf dem westlichen Kraterrand des Rodderberges. Franz Josef Schaefer war von spätestens 1846 bis 1849 Bürgermeister von Niederbachem, von 1845 bis 1852 Beigeordneter und von 1853-59 Bürgermeister des Bürgermeisteramtes Villip (heute: Gemeinde Wachtberg) (41). Der einzige Sohn des Ehepaares, Michael Hubert, erbte den Broichhof. 1888 erbaute er auf dem Rodderberg die Hotelgaststätte "Zum alten Vulkan" (heute Wohnhaus). Nach seinem Tode im Jahr 1900 verpachtet seine Witwe, Josepha Thome, den Broichhof. Nach ihrem Tode, 1908, bewirtschaftete ihr Sohn und Erbe, Franz Cassius Schaefer, den Hof zunächst selber, verpachtete ihn zwischen 1932 und 1954 aber wieder. Sein Sohn und Erbe Herrmann Rudolf Schaefer bewirtschaftete den Hof ab 1955. 1966 entstand eine Reitanlage, die seitdem verpachtet ist. Seit 1987 befindet sich der Broichhof im Eigentum seines Sohnes Manfred Schaefer.
Im Kessel des Rodderberges wurde jahrhundertelang fast ausschließlich Roggen und Weizen angebaut. Im 19. Jahrhundert kamen auch Kartoffeln, Zuckerrüben und andere Feldfrüchte hinzu. Im 20. Jahrhundert pflanzte man Apfel-, Pfirsich- und Kirschplantagen. Ende des Jahrhunderts wurden die Plantagen alle gerodet und die Ländereien für circa zwanzig Jahre von einer Baumschule bewirtschaftet. Seit der Jahrtausendwende sind alle Ländereien als Grünland angelegt.
hrenlegion von Napoleon rückgängig gemacht, der Broichhof war nun eine Dotation der Krondomäne (39).Am 03.11.1811 wurde der Broichhof mit 26,87 ha Land für 17.100 Francs von Michael Kretz, verheiratet mit Anna Völsgen, Tochter des Jakob Völsgen, gekauft (40). Seit der Heirat von deren Tochter Maria Christina Kretz mit Franz Josef Schaefer aus Remagen befindet sich der Hof bis heute im Eigentum der Familie Schaefer. Das Ehepaar erbaute die Broichhofkapelle auf dem westlichen Kraterrand des Rodderberges. Franz Josef Schaefer war von spätestens 1846 bis 1849 Bürgermeister von Niederbachem, von 1845 bis 1852 Beigeordneter und von 1853-59 Bürgermeister des Bürgermeisteramtes Villip (heute: Gemeinde Wachtberg) (41). Der einzige Sohn des Ehepaares, Michael Hubert, erbte den Broichhof. 1888 erbaute er auf dem Rodderberg die Hotelgaststätte "Zum alten Vulkan" (heute Wohnhaus). Nach seinem Tode im Jahr 1900 verpachtet seine Witwe, Josepha Thome, den Broichhof. Nach ihrem Tode, 1908, bewirtschaftete ihr Sohn und Erbe, Franz Cassius Schaefer, den Hof zunächst selber, verpachtete ihn zwischen 1932 und 1954 aber wieder. Sein Sohn und Erbe Herrmann Rudolf Schaefer bewirtschaftete den Hof ab 1955. 1966 entstand eine Reitanlage, die seitdem verpachtet ist. Seit 1987 befindet sich der Broichhof im Eigentum seines Sohnes Manfred Schaefer.
Im Kessel des Rodderberges wurde jahrhundertelang fast ausschließlich Roggen und Weizen angebaut. Im 19. Jahrhundert kamen auch Kartoffeln, Zuckerrüben und andere Feldfrüchte hinzu. Im 20. Jahrhundert pflanzte man Apfel-, Pfirsich- und Kirschplantagen. Ende des Jahrhunderts wurden die Plantagen alle gerodet und die Ländereien für circa zwanzig Jahre von einer Baumschule bewirtschaftet. Seit der Jahrtausendwende sind alle Ländereien als Grünland angelegt.
Die Tranchot-Karte von 1808/09 zeigt, daß der Broichhof eine quadratische, geschlossene Hofanlage um einen Innenhof, wahrscheinlich eine Fachwerkanlage, war. Die Karten von 1810 zeigen lediglich den Umriss der Parzelle, auf der der Hof lag. Ein Rückschluss auf die Bebauung ist deshalb nicht möglich. Westlich vor dem Hof, ausserhalb der Wassergrabenanlage, lag das Backhaus, in den Katasterbüchern von 1812 "boulangerie" genannt (42). Nach der Erweiterung der Wassergrabenanlage nach 1850 lag auch das Backhaus auf der Hofinsel, wie die Urkatasterkarte von 1882 zeigt. Damals war die Wassergrabenanlage aber schon wieder weitgehend zugeschüttet.
Im 19. Jahrhundert wurden alle Gebäude neu errichtet. Zum Bau des Herrenhauses verwendete man Rodderberlava. Die Tür- und Fenstereinfassungen wurden aus handgestrichenen Feldbrandziegeln gemauert. Die östliche Giebelseite weist einen Mittelrisaliten mit Rundbogenfenstern auf, der von einem Rundbogenfries abgeschlossen wird. Links und rechts des Mittelrisaliten befinden sich im Giebeldreieck zwei Rundfenster. Östlich an das Herrenhaus schließt sich das aus Feldbrandziegeln errichtete Gesindehaus an, es wurde früher im Erdgeschoss als Stall genutzt. Die Feldbrandziegel für dieses Haus und die Broichhofkapelle wurden in einer ungefähr 100 Meter östlich des Hofes gelegenen Feldbrandziegelei gebrannt. Die aus der lehmigen Erde des Rodderbergkessels geformten Ziegel wurden zunächst in einem offenen Schuppen luftgetrocknet und dann in einem Meiler bebrannt. Die Feldbrandziegelei ist noch af einer Mehlemer Katasterkarte von 1906 eingezeichnet, war damals aber nicht mehr in Betrieb (42).
Im 19. Jahrhundert wurden alle Gebäude neu errichtet. Zum Bau des Herrenhauses verwendete man Rodderberlava. Die Tür- und Fenstereinfassungen wurden aus handgestrichenen Feldbrandziegeln gemauert. Die östliche Giebelseite weist einen Mittelrisaliten mit Rundbogenfenstern auf, der von einem Rundbogenfries abgeschlossen wird. Links und rechts des Mittelrisaliten befinden sich im Giebeldreieck zwei Rundfenster. Östlich an das Herrenhaus schließt sich das aus Feldbrandziegeln errichtete Gesindehaus an, es wurde früher im Erdgeschoss als Stall genutzt. Die Feldbrandziegel für dieses Haus und die Broichhofkapelle wurden in einer ungefähr 100 Meter östlich des Hofes gelegenen Feldbrandziegelei gebrannt. Die aus der lehmigen Erde des Rodderbergkessels geformten Ziegel wurden zunächst in einem offenen Schuppen luftgetrocknet und dann in einem Meiler bebrannt. Die Feldbrandziegelei ist noch af einer Mehlemer Katasterkarte von 1906 eingezeichnet, war damals aber nicht mehr in Betrieb (42).
Südlich des Herrenhauses und mit ihm durch einen Torbogen verbunden, liegt das sogenannte Russenhaus, das 1898 für russische und polnische Saisonarbeiter errichtet wurde. Wenige Meter westlich vor dem Haus befindet sich ein zylindrischer Keller, der über einen unter dem Haus beginnenden sechs Meter langen Gang zu erreichen ist. Die Ende des 19. Jahrhunderts entstandene Anlage ist aus Feldbrandziegeln gemauert. Im Winter wurde auf der Wassergrabenanlage und den nördlich des Hofes gelegenen Teichen Eis geschlagen, mit Eissägen zu Blöcken gesägt und damit der zylindrische Keller angefüllt. In den Nischen des Ganges wurden Lebensmittel aufbewahrt. Im Sommer verkaufte der Milchausfahrer des Broichhofes das Eis an Hotels und Villenhaushalte der Umgebung. Zwei weitere, größere Keller entstanden an der 1888 errichteten Hotelgaststätte "Zum alten Vulkan" auf dem Rodderberg (dort ist heute noch ein Keller erhalten). An das östlich des Herrenhauses gelegene Gesindehaus schloss sich in Nord-Süd Richtung eine Fachwerkscheune an, die 1930 weitgehend abbrannte und im selben Jahr in gleicher Form als Betonbau wiedererrichtet wurde (43). Die Südseite des Hofes bildete bis zu seinem Abriss kurz vor 1966 ein massiv aus Rodderberglava gemauertes Stallgebäude, an dessen Stelle seitdem eine Reithalle steht. 1992 entstand südlich der Halle eine zweite Reithalle.
Der im 19. Jahrhundert als Zufahrt zum Innenhof errichtete Torbogen ist aus ortsfremden Bruchsteinen errichtet. Der Wappenstein des Torbogens zeigt die Hausmarke der Familie Schaefer. Eine Hausmarke ist ein wappenähnliches, vererbliches Zeichen.
Der im 19. Jahrhundert als Zufahrt zum Innenhof errichtete Torbogen ist aus ortsfremden Bruchsteinen errichtet. Der Wappenstein des Torbogens zeigt die Hausmarke der Familie Schaefer. Eine Hausmarke ist ein wappenähnliches, vererbliches Zeichen.
(38) siehe (35).
(39) G. Kliesing, Die Säkularisation in den kurkölnischen Ämtern, Bendorf 1932, S. 81.
(40) derselbe.
(41) Pfarrarchiv Niederbachem; Archiv der Gemeinde Wachtberg; Drachenfelser-Ländchen-Brief, Hrsg. Heimat- und Verschönerungsverein Niederbachem, 2/1969.
(42) siehe (1)
(43) Stadtverwaltung Bonn, Katasteramt.
(44) General-Anzeiger Bonn, 20.02.1930.
(39) G. Kliesing, Die Säkularisation in den kurkölnischen Ämtern, Bendorf 1932, S. 81.
(40) derselbe.
(41) Pfarrarchiv Niederbachem; Archiv der Gemeinde Wachtberg; Drachenfelser-Ländchen-Brief, Hrsg. Heimat- und Verschönerungsverein Niederbachem, 2/1969.
(42) siehe (1)
(43) Stadtverwaltung Bonn, Katasteramt.
(44) General-Anzeiger Bonn, 20.02.1930.